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Die Thalmühle 2007
Spurensuche auf dem Höhbeck

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Arenaria-serpyllifolia
Sandkraut

Chaerophyllum-hirsutum
Kälberkropf

Euphorbia-esula, Scharfe Wolfsmilch
Esels-Wolfsmilch

Galium-odoratum
Waldmeister

Lapsana-communis
Rainkohl

Potentilla-argentea
Silberfingerkraut

Veronica-montana
Berg-Ehrenpreis

 

 

 

 
Ganz oben auf dem Höhbeck gibt es überraschenderweise eine Quelle, kleine Moore und einen Bach, der ausreichend Wasser führt, um eine Mühle anzutreiben. Eine solche gibt es hier zwar nicht mehr, aber am Nordhang des Berges hat es sie gegeben. Stutzig geworden durch alte Ansichtskarten, habe ich nach Spuren gesucht.
 

1868 wurde am Höhbeck eine große, Wasserkraft getriebene Mühle, die Thalmühle oder auch Talmühle, gebaut, die wegen ihrer besonderen Lage und wohl auch wegen des imposanten Wasserrads auf vielen Ansichtskarten abgebildet wurde.

Am 30. August 1902 vernichtete ein Unwetter das Wassersystem und den Antrieb der Talmühle. Das angelegte Staubecken und das große Wasserrad  wurden zerstört und der Bach suchte sich einen anderen Weg am abgerutschten Hang. Der Mühlenbetrieb wurde eingestellt. Aber das Ausflugslokal, das hier entweder schon bestand oder nach dem Desaster eingerichtet wurde, blieb bis in die dreißiger Jahre ein beliebtes Ziel.

Einige Jahre später (1911) brannte auch die prägnante und sehr exponiert stehende Windmühle ab.

 

 

Wie es zur Totalzerstörung der Gebäude kam, habe ich noch nicht erfahren. (Kämpfe am Kriegsende?)
 

Heute braucht man eine ortskundige Führung, um die Reste der Ruine im jungen, naturnahen Laubmischwald zu finden. Naturkundliche Führungen über den Höhbeck werden regelmäßig angeboten und die Teilnahme lohnt sich, weil dieser Berg als präglaziales Relikt mit "bewegter" Geschichte kleinräumig differenzierte Bedingungen für Flora und Fauna ausgebildet hat. Dazu gehört auch dieser Wasserlauf, der hier und da durch angelegte Fischteiche fließt. Von Fischzucht und reglementierter Waldnutzung abgesehen, steht das Gebiet unter Schutz.

 
 
Über einen Wander- und Wirtschaftsweg können Sie ein Stück weit dem Bachlauf folgen. Aber versuchen Sie lieber nicht, ohne Führung die Ruine zu finden.
 
 
Hier ist alles zugewuchert. Erkennbar ist noch das Untergeschoss des eigentlichen Mühlengebäudes mit der hohen Wand, an der das große Mühlrad den Antrieb besorgte.
 
 

Geänderter Text im März 2009:
Dr. Jochen Herbszt aus Gartow schreibt:
"Die Thalmühle befindet sich seit vielen Jahren im Besitz unserer Familie. Wir  haben in mühevoller Kleinarbeit und unter dem Einsatz von erheblichen finanziellen Mitteln das Grundstück von mehreren Lastwagenladungen Müll befreit, das Mühlenbecken wiederhergestellt und die restliche Haussubstanz gesichert, um ein Häuschen (Altersruhesitz meiner Eltern) zu erstellen. Aus der damaligen Gemeindeverwaltung kam kurz nach dem Erwerb die Aufforderung, dem Vorbesitzer das Grundstück zum mehrfachen Preis wieder zu überlassen, was mein Vater damals abgelehnt hat. Darauf hin bekam er keine Baugenehmigung für das Haus. Es mag darüber spekuliert werden, was denn dort auf dem Grundstück hätte passieren sollen. Es sind nun viele Jahre ins Land gegangen, der Prozess ist abgeschlossen, unsere Grundstücke auf dem Höhbeck werden - bis auf einen verpachteten Acker -  weitgehend sich selbst überlassen. Mein Vater hat schon damals von Renaturierung gesprochen, als es eigentlich noch ein Fremdwort war. Wir haben viele Laub- und Nadelbäume gepflanzt, um dem Einerlei der Kiefer entgegen zu wirken."

 
 
Hat man sich auf dem schmalen Pfad durchs Dickicht weiter abwärts bewegt, gelangt man zu dem historischen "Castellum Hohbuoki", einer fränkischen Wehranlage aus dem frühen 9. Jahrhundert. Darüber findet man leicht Informationen. Aber mehr würde mich interessieren, was hier abging, als der Platz in der NS-Zeit als "germanische Thingstätte" für Aufmärsche missbraucht und mit einer Allee aus Buchen und "deutschen Eichen" bepflanzt wurde.
 
 

Auf dem Rundweg erhält man auf halber Höhe an einer Stelle einen freien Ausblick über die Elbe.
Zum totalen Rundblick besteigt man natürlich den Aussichtsturm an der Schwedenschanze. Und dort findet man das Ausflugslokal "Die Schwedenschanze".

Da die Wirtin sich der Historie dieses Platzes und ihres Hauses bewusst ist, erhalten Sie hier auch geschichtliche Informationen.
www.kaffeegartenschwedenschanze.de

 
Noch ein Tipp:
Kennen Sie "Geocaching"? Eine zeitgemäße Wanderer-Schnitzeljagd wird weltweit betrieben. Es sind mit Hilfe von GPS gewisse Zielpunkte zu finden. Zur Zeit (Juli 2007) liegt auf dem Höhbeck-Rundweg so eine "Cache" versteckt. Die genauen Anweisungen finden Sie unter www.geocaching.com/. Wer sie findet, schreibt sich ins Buch und versteckt alles wieder gut.
   

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